Galerie LUX Berlin
Stolz und selbstbewusst steht er im Schaufenster: Die wohlbeleibte Bronzeskulptur "Der Patriarch", eine Lieblingsfigur von Galeristin Sabine Pfundt, die ihm freundlich den Kopf tätschelt, über den Bauch streicht und mit einem Augenzwinkern sagt: "Diese Posen kennen wir doch alle ..."
Aktuelle Ausstellung
Großformatige Gemälde in kräftigen Farben sind derzeit in den schönen Räumen zu betrachten. Es sind Arbeiten des 1950 in Leipzig geborenen Künstlers Reinhard Stangl, der dieser Ausstellung den Titel "Elektrifizierung der Bibel" gab. Eine eher doppeldeutige Überschrift für seine Bilder, die mit biblischen Geschichten wenig zu tun haben, dafür umso mehr mit den Lichtern und Irr-Lichtern der nächtlichen Großstadt Berlin, ihren expressiven Szenerien und den Menschen, die irgendwo zwischen Licht und Schatten pendeln. Inspiration für die kraftvolle Farbigkeit seiner Bilder fand er auch in Sao Paulo und Rio de Janeiro, wo er in den letzten Jahren häufig gearbeitet und ausgestellt hat.
Einen Rundgang wagen
Sabine Pfundt und Carsten Seifert haben ihre Galerie LUX im September 2011 am Südwestkorso eröffnet. "Wir haben lange nach geeigneten Räumen gesucht, hier stimmt alles. Mit insgesamt 200 Quadratmetern haben wir richtig viel Platz, große Schaufenster, hohe, helle Räume, zwei Treppen rechts und links führen zur geräumigen oberen Etage. Kunden können flanieren, einen Rundgang wagen, fühlen sich nicht ständig beobachtet."
Beratung inklusive
Oben laden Sitzecken zum Schmökern in den Katalogen ein, aber auch zum intensiven Blick auf die Bilder – "wie zuhause, im eigenen Wohnzimmer." Wer ein Bild in den schönen Räumen ausdrucksstark findet, aber unsicher ist, wie es wohl zuhause zwischen Regalwand und Kommode wirkt, dem helfen wir gern, das Bild richtig zu hängen", verspricht Carsten Seifert und lacht: "Manchmal wird daraus auch eine komplette Einrichtungsberatung".
Besonderer Service
"Man darf aber auch gern öfter kommen, wir stellen das Bild dann auf eine Staffelei, damit man es in Ruhe betrachten kann", ergänzt Sabine Pfundt, "oder der Kunde nimmt es zur Probe über's Wochenende mit nach Hause, schließlich will er mit diesem Bild leben, das muss gut überlegt sein." Ein toller Service, den nur wenig Galerien anbieten. "Unsere Bilder sind in Technik und Sujets klassisch ausgerichtet, figürlich-gegenständlich und malerisch", beschreiben die Galeristen ihre künstlerische Visitenkarte - aber manche Skulptur kommt auch überraschend witzig daher, wie "Kopfzerbrechen": die Büste aus weißem Porzellan hat ein Loch im Kopf, die Scherben liegen davor.
Interessiertes Publikum
"Das Publikum", so die Erfahrung der ersten Wochen, "ist hier im Kiez sehr an Kunst interessiert, lässt sich ausführlich beraten und kauft auch gern. Berlin ist ein gutes Pflaster. Kunst hat sich gerade in der Krise durchaus zur Kapitalanlage entwickelt." Und der Preis? Neben der oft zitierten Schwellenangst, eine Galerie zu betreten, sind gerade jungen Leuten die Kosten für ein Bild manchmal zu hoch. "Das kann dann schon mal in Raten abgezahlt werden," sagt Sabine Pfundt, "aber Qualität in der Kunst hat eben ihren Preis."
Ein Herz für Künstler
Bei aller Notwendigkeit des beiderseitigen wirtschaftlichen Interesses: Ein Galerist ist zugleich Mentor und Förderer, braucht "Leidenschaft und ein Herz für Künstler, Gespür und Intuition für seine Fähigkeiten und ein gutes Auge für Qualität". Die Liebe zur Kunst gehört unbedingt dazu, auch das Loslassen, denn "ich bin eine schlechte Galeristin, wenn ich meine ganz persönlichen Lieblingsbilder hinter die Tür oder in eine dunkle Ecke hänge, weil ich nicht will, dass sie jemand kauft". Bei Carsten Seifert und Sabine Pfundt, die selbst auch Kunst sammeln, gibt es viele Lieblinge – verkäuflich!
Galerie LUX Berlin Südwestkorso 11a - 12161 Berlin (Friedenau) Tel: 030 - 897 47 344 Öffnungszeiten: Mittwoch - Freitag 13-19Uhr, Samstag 10-14 Uhr www.galerie-lux-berlin.de |